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| Einleitung und Vorüberlegungen Um sich nur in die Sonne zu legen und sich diese auf den Pelz brennen zu lassen, bedarf es keines Fluges auf Rhodos. Allein und ausschließlich dafür ist sie viel zu schade. Daher möchte ich den interessierten Leser ermuntern, auf Entdeckungsreise zu gehen. Was benötigt man dafür? Das kommt ganz auf den persönlichen Geschmack an. Selbstverständlich kann man es sich ganz leicht machen und bei den Reiseleitern im Hotel die (meist) überteuerten Angebote zu Inselrundfahrten, Schiffstouren, Sightseeing u.ä. buchen, sich in überfüllten Bussen durch die Gegend karren lassen und ein Foto dann schießen, wenn der Reiseleiter sagt „Fotografieren Sie jetzt!!!“ oder aber man entschließt sich dazu, seinem Entdeckerinstinkt zu folgen, einen Leihwagen zu mieten und auf eigene Faust eine Inselrundfahrt zu unternehmen. Sollte das auch Ihrem Naturell entsprechen, dann sind Sie hier goldrichtig. Rhodos ist nicht übermäßig groß, so dass sich eine Tour mit dem Pkw geradezu aufdrängt. Freilich sollte man sich vorher schon ein paar Gedanken darüber machen, was man denn eigentlich anschauen möchte. Der Familienrat wird in den meisten Fällen zu keinem einstimmigen Ergebnis kommen. Folge: Ein Kompromiss muss her. Die Sonnenanbeter, die Archäologen und die nicht zuletzt die Fotografen sollen schließlich alle auf ihre Kosten kommen. Empfehlenswert ist darüber hinaus ein guter Reiseführer. Wir hatten derer zwei: Zum einen den “Dumont direkt“, der inhaltlich bequem in der Pfeife zu rauchen ist, der aber über eine hervorragende Straßenkarte verfügt; sehr zu empfehlen ist allerdings der ADAC-Reiseführer „Rhodos“, der mit Detailinfos en gros glänzt, viele Bilder und Kartenmaterial zu Städten und Ausgrabungsstätten liefert. Unseren Leihwagen, einen Fiat Panda haben wir im Hotel Calimera Porto Angeli gebucht. Preis für drei Tage: 105,-- Euro, Benzin ging natürlich extra. Da wir den Wagen nicht an drei aufeinander folgenden Tagen nutzen wollten, kamen wir mit dem Vermieter überein, eine Pause von zwei Tagen machen zu dürfen. Wir nutzten das Fahrzeug daher also am Sonntag, Montag und Donnerstag. Da unser Panda jeweils schon am Vortag gegen ca. 20.00 Uhr auf dem Hotelparkplatz abgeliefert wurde, konnten wir ihn zusätzlich noch für einen nächtlichen Ausflug nach Lindos nutzen. Rhodos ist, wie eingangs schon erwähnt, nicht übermäßig groß, drei Tage sind daher nach meiner Meinung vollkommen ausreichend, um die Insel zu erkunden. Wir sind in dieser Zeit ca. 600km gefahren, haben sicher nicht alles gesehen, aber das Ganze war ja auch in erster Linie ein Badeurlaub. ♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠ Ein bisschen Statistik ♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠ Rhodos liegt nur einen Steinwurf (ca. 20km) von der Halbinsel Bozburun (Türkei) entfernt. Wenn man an der Westküste entlang fährt, kann man bei einigermaßen normaler Sicht immer das türkische Festland erkennen. Es ist die größte Insel des sog. Dodekanes, des aus insgesamt zwölf Inseln bestehenden Archipels in der östlichen Ägäis. Mit seinen 1.398 qkm ist Rhodos die viertgrößte griechische Insel mit etwa 120.000 Einwohnern. Wir hatten den Eindruck, dass es auf Rhodos fast mehr Leihwagen als Einwohner gibt. Die Insel ist etwa 90km lang und ca. 37km breit (hier sind sich die Reiseführer leider überhaupt nicht einig!). ♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠ Die Tagestouren ♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠♠ I. Rhodos Stadt mit Ialyssos, Epta Piges und Tsambika II. Lindos, Prassonisi, Monolithos, Kap Fourni III. Moni Kalopetra, Petaloudes (Schmetterlingstal), Filerimos Wer ein kahles Eiland erwartet, wird in positiver Weise von Rhodos überrascht werden. Rhodos wartet mit fruchtbaren Ebenen, Olivenbäumen und sattgrünen Hügeln auf. Wir waren in der Zeit von Mitte bis Ende Juni dort und waren fasziniert von den Blütenteppichen, die wir bestaunen, fotografieren und riechen konnten. Die Straßen, die übrigens zum Teil gut ausgebaut sind, werden gesäumt von allgegenwärtigem rosa blühendem Oleander. Man taucht ein in üppig wuchernde rote Hibiskus-Sträucher und erfreut sich an violettem Bougainvillea, der ganze Häuser zu erdrücken scheint. Und doch ist der Name „Roseninsel“, der im Zusammenhang mit Rhodos oft genannt wird, ein Irrtum. Das griechische „rosos“ hat nämlich mit der Rose nichts zu tun, vielmehr wird mit der Wurzel „rod“ der Granatapfel bezeichnet, der noch heute auf Rhodos kultiviert wird. Wir haben unsere Tagestouren grob erklärt in einen Nord- und einen Südteil zersplittert. Das liegt daran, dass unser Ausgangsort die Stegna-Bucht auf der Ostseite war. Hier war unser Hotel, das Calimera Porto Angeli, ca. 20km nördlich von Lindos und etwa 35km südlich von Rhodos Stadt gelegen. ****************** I. Rhodos Stadt ****************** Wir starteten die Inseltour an einem Sonntag Richtung Rhodos Stadt. Auf Vorschlag unserer Reiseleiterin Anne (die seit 20 Jahren auf Rhodos lebt und die Insel wie ihre Westentasche kennt!) begannen wir unsere Tour in der Inselhauptstadt. Der Sonntag ist deshalb bestens geeignet, weil an diesem Tag vergleichsweise wenig Trubel ist. Das können wir nur bestätigen, der Großmeisterpalast war fast wie ausgestorben. Es empfiehlt sich im Übrigen ein zeitiger Aufbruch, so dass man bereits gegen etwa 8.00 oder 8.30 Uhr in Rhodos-Stadt ankommt. Wer sich der Stadt von Süden nähert, sollte sich immer in östlicher Richtung zum Hafen orientieren. Lassen Sie sich nicht von der mediterranen, zum Teil sehr gewöhnungsbedürftigen Fahrweise der Rhodier, insbesondere der Roller- und Taxifahrer, irritieren. Und passen Sie auf die vielen Einbahnstraßen auf. Eh man sich’s versieht, fährt man Richtung „Paradisi“ (dort ist der Flughafen). Wir parkten in der Nähe des Thalassini-Tores am Emborio-Hafen. Dabei hatten wir das Glück auch noch ein Kreuzfahrtschiff bestaunen zu dürfen. Fotografenherz, was willst du mehr! Wir haben unseren Stadt-Besuch von vornherein auf die Besichtigung der Altstadt beschränkt. Ehrlich gesagt, ist das bei Temperaturen um 30 Grad plux X auch völlig ausreichend. Aber die Freaks können sich natürlich gerne auch noch die Neustadt reinziehen. Das Thalassini-Tor mit seinen mächtigen Zinnen war der Startpunkt für unseren Rundgang. Der Mauerring und die prächtigen Stadttore sind ein beeindruckendes Zeugnis der Architekten, die unter den Johannitern im 15. und 16. Jahrhundert gewirkt haben. Am Thalassini-Tor orientierten wir uns nach rechts in Richtung der Odos Ippoton, der Ritterstraße, die am Großmeisterpalast endet. Da hatten wir schon wieder Glück, weil wir an diesem Sonntag lediglich einen ermäßigten Eintritt, der sich im niedrigen einstelligen Bereich bewegte, entrichten mussten. Am Sonntag ist er im Übrigen von 8.30 – 19.00 Uhr zu besichtigen. Sehenswert sind u.a. das Fußbodenmosaik der Medusa und eine Inszenierung der Laokoongruppe, die von rhodischen Künstlern geschaffen wurde. Selbst die Besucher, die mit Geschichte und Architektur wenig anfangen können, müssen zugeben, dass es nur sehr schwer möglich ist, sich der würdevollen Atmosphäre zu entziehen. Wer am Ende des Rundgangs die zwei Säle mit Chorgestühl erreicht hat, genießt einen Ausblick auf den Uhrtum und die Häuser der Altstadt. Damit wäre auch das dritte Ziel genannt: der Uhrturm. Von dort hat man einen noch schöneren Rundblick auf Rhodos und den Hafen als von den Stadtmauern. Das ist mehr als nur ein schwacher Trost für den unverschämten Eintritt von, so weit ich mich erinnere, 4,-- Euro. Dafür erhält man dann aber auch noch ein Erfrischungsgetränk. Vom Uhrturm wiederum ist es nur ein Steinwurf zur Odos Sokratous und spätestens ab diesem Zeitpunkt war unsere Tochter nicht mehr zu halten. Shopping war angesagt!! Auch hier laufen die Geschäfte genau so oder ähnlich wie in der Türkei. Kaum stehen Sie am Schaufenster oder an den Auslagen, werden Sie auch schon herein gebeten. Völlig unverbindlich natürlich! Und natürlich haben die meisten Geschäftsinhaber auch Verwandte in Deutschland. Der Einstieg in ein Verkaufsgespräch ist damit meistens geschafft. Halten Sie also Töchter und Geld fest. Beides könnte abhanden kommen! Sind die ersten unverzichtbaren Souvenirs erst einmal gekauft, fällt die weitere Sightseeing-Tour doch schon bedeutend leichter. Wir konnten unsere Tochter daher überreden einen weiteren, diesmal aber doch etwas längeren Fußmarsch in Angriff zu nehmen. Wir hatten schließlich noch einiges vor an diesem Tag. Unser Weg führte von der Odos Sokratous wieder an den Ausgangspunkt zurück, also über den Platia Ippokratou zum Thalassini-Tor am Emborio-Hafen. Wir wollten den alten Teil der Stadt aber natürlich nicht verlassen, ohne einen Blick auf den Mandraki-Hafen geworfen zu haben. Mittlerweile war es schon 12.00 Uhr durch und doch einigermaßen heiß. Es empfiehlt sich auf alle Fälle die Mitnahme von ausreichend Sonnenschutz und Getränken, auch Mützen oder Caps wären durchaus anzuraten. Vom Thalassini-Tor geht es Richtung Norden zum Agios-Pavlos-Tor. Auch hier finden sich noch die Ausläufer der Stadtmauer, die man auch besichtigen kann. Von dort hat man übrigens auch einen wunderbaren Blick auf den Hafen und die Kreuzfahrtschiffe bieten ein schönes Fotoobjekt. Noch sind wir aber nicht am Ziel unserer Sehnsüchte. Auch wenn die Sonne unbarmherzig brennt und die Füße allmählich müde werden, locken doch die weiteren Aussichten. Dann sehen wir sie allmählich näher kommen: die drei Windmühlen auf der Mole des Mandraki-Hafens. Sie zählen zu den meistfotografierten Motiven auf Rhodos. Leider hatten Sie keine Windräder, der Grund ist mir nicht bekannt. Trotzdem üben Sie eine gewisse Faszination aus und leichteren Schrittes näheren wir uns nun dem Wahrzeichen der Stadt: Elafos und Elafina (Hirsch und Hirschkuh). Stolz und unbeugsam stehen sie auf ihren hohen Säulen und wirken damit gleichsam wie ein kleiner Trost für all jene, die immer noch (vergeblich) den Koloss von Rhodos suchen, der lange Zeit an dieser Stelle vermutet wurde. Hier endet unser Rundgang zunächst und wir machen uns auf den Rückweg zum Parkplatz. Unser nächstes Ziel ist der Monte Smith, der zwar nur 111m hoch ist, aber trotzdem einmalige Ausblicke eröffnet. Beide Küsten erschließen sich von dort oben und ein Halt auf der serpentinenartig nach oben führenden Straße lohnt sich. Sie ist breit genug und ein kurzer Fotostopp ist immer drin. Wenn man sich an der kilometerlangen Strandmeile satt gesehen hat, sollte man sich wieder Richtung Akropolis aufmachen. Die antike Metropole, die 408 v.Chr. gegründet wurde, dehnte sich auf eine Fläche von rund 7 qkm aus. Heue ist nur noch wenig vom alten Glanz zu sehen: der Apollon-Pythios-Tempel mit seinen vier verbliebenen Säulen. Eindrucksvoller ist da schon das 800 Zuschauer fassende Theater, das nur einen Steinwurf vom Tempel entfernt liegt. Das Theater wurde rekonstruiert, genauso wie das nach Norden offene langgestreckte Stadion mit seinen steinernen Zuschauerbänken, die in Sechserreihen das Rund umsäumen. Wir hatten an diesem Sonntag das Glück die einzigen Besucher (!) zu diesem Zeitpunkt dort zu sein. Obwohl wir nur einen Bruchteil der Sehenswürdigkeiten in Rhodos-Stadt ansehen konnten, war unser Zeitplan bis dahin schon gehörig durcheinander geraten. Trotzdem hatten wir nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben, zumal neben meiner Tochter nun auch meine Ehefrau schon erste Ermüdungserscheinungen zeigte. Gegen 15.00 Uhr verließen wir Rhodos-Stadt in südlicher Richtung an der Ostküste. Auf Höhe von Kolymbia, etwa nach 25km geht eine Abzweigung nach rechts ab zu den berühmten „Sieben Quellen“ (= Epta Piges). Das Ausflugsziel ist leicht zu finden und auch deshalb ideal, weil es dort, selbst in der größten Sommerhitze, noch einigermaßen erträglich ist. Trotzdem hat uns das Ziel eher abgeschreckt, weil einfach zu viele Menschen da waren. Wir haben uns daher auf einen kurzen Rundgang beschränkt und dabei auch einen kurzen Blick in den Wassertunnel geworfen, der in den diversen Reiseführern beschrieben ist. So weit wir sehen konnten, ist der Tunnel wirklich sehr eng. Es ist stockdunkel darin und ohne Taschenlampe ist es wohl auch nicht ganz ungefährlich. Da wir außerdem Angst um unsere Foto- und Filmausrüstung hatten, haben wir auf einen Gang durch dieses finstere Labyrinth verzichtet. So war der Stopp in Epta Piges ein wahrlich kurzes Vergnügen und nach unserer aller Überzeugung hätten wir stattdessen ein anderes Ziel in unsere Tagesroute aufnehmen sollen. Von Epta Piges ging es dann die 3km an die Küstenstraße Rhodos-Lindos wieder zurück. An der Kreuzung in Kolymbia bogen wir rechts ab Richtung Lindos. Nach wiederum lediglich etwa drei Kilometern kommt links eine Abzweigung zum berühmten Tsambika-Beach. Einige bezeichnen ihn sogar als schönsten Sandstrand auf Rhodos. In jedem Fall ist es ein Sandstrand für jene, die es vorziehen, weitab touristischer Infrastruktur wie Hotels und dergleichen, zu baden. Da das Gelände dem Kloster Moni Tsambika gehört, ist es bis jetzt nicht bebaut worden. Apropos Kloster: Über dem Tsambika-Strand erhebt sich das gleichnamige Kloster, für dessen Besuch wir leider keine Zeit mehr hatten. Was die Aussicht betrifft, kann es allerdings auch die Stegna-Bucht, wo wir unser Hotel hatten, jederzeit mit Tsambika aufnehmen. Dorthin kehrten wir nach einem erlebnisreichen ersten Ausflugstag dann gegen 18.00 Uhr wieder zurück. Zweifellos war der Besuch von Rhodos-Stadt der Höhepunkt des Tages und eine Tour dorthin ist daher unbedingt zu empfehlen. **************************************** II. Lindos, Prassonisi, Monolithos, Kap Fourni **************************************** Wer Rhodos sagt, denkt auch an Lindos. Während viele Touristenzentren schon froh sind, über eine Attraktion zu verfügen, protzt Lindos gleich mit mehreren. Man ist daher gut beraten, wenn man sich schon sehr früh auf den heißen Weg macht. Wir starteten die zweite Tagestour von unserem Hotel, dem Calimera Porto Angeli, am Montagmorgen um 8.00 Uhr, wollten wir doch unbedingt vor den zu erwartenden Touristenströmen vor Ort sein. Auf der Küstenstraße waren es auch nur etwa 22km, die wir zurückzulegen hatten. Nach kaum einer halben Stunde erreichten wir Lindos, das im 8. Jahrhundert vor Christus zusammen mit Kamiros und Jalyssos zu einem der drei mächtigsten Stadtstaaten auf Rohdos aufgestiegen war. Einen ersten Halt sollte man freilich schon einlegen, bevor man den Parkplatz erreicht, etwa einen Kilometer Luftlinie von Lindos entfernt. Hier kann man völlig gefahrlos an den Seitenstreifen fahren und nach Herzenslust fotografieren. Sie werden nicht die Einzigen sein! Erfreuen Sie sich an dem großartigen Panorama, das Ihnen Lindos zu bieten hat: die Akropolis mit den mittelalterlichen Zinnen seiner Festung, die herrlichen weißen Häuser, die sich wie ein schutzsuchendes Kleinkind an den mächtigen Bergblock anschmiegen und natürlich die Pallas-Bay mit den einzigartigen Badeplätzen und dem türkisblauen, an manchen Tagen spiegelglatten Wasser. Derart eingestimmt ist man gespannt darauf, wie die Stadt aus der Nähe aussieht. Der Parkplatz befindet sich oberhalb der Stadt. Lindos selbst ist autofreie Zone. Lediglich die Taxen fahren wie geschäftige Ameisen unablässig von oben nach unten und umgekehrt. Der kurze Fußmarsch vom Parkplatz nach unten ist allerdings nicht so anstrengend, dass man unbedingt eines Taxis bedürfte.
Um 8.30 Uhr standen wir dann staunend vor der „Esel-Garage“. So nenne ich salopp den Platz an dem die vierbeinigen Träger bereit sind, um ihre gehfaule Truppe aufzunehmen. Es hat aber nicht nur mit Faulheit zu tun, denn der Ritt mit dem „Lindos“-Taxi ist eine Attraktion für sich. Wir waren tatsächlich die ersten Touristen an diesem Morgen, die die freie Wahl hatten. Ich habe sie nicht gezählt, aber ich denke so um die 30 Tiere werden es wohl gewesen sein, die da gelangweilt auf ihre Fracht warteten. Fünf Euro kostet das Vergnügen und das sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Es ist ein absoluter Spaß, wenn man völlig entspannt und stressfrei nach oben getragen wird auf 116m Gipfelhöhe. Der Eingang zur Akropolis (Mo 1.20 – 18.40 Uhr, Di. – So. 8 – 18.40 Uhr) war fast menschenleer. Zum Eintrittspreis kann ich nichts sagen, denn aufgrund eines kirchlichen Feiertages mussten wir wieder nichts zahlen. Auch die Touristenmassen blieben uns um diese frühe Zeit noch erspart. Schnellen Schrittes stiegen wir daher hinauf und erfreuten uns an der Burg, die vom Johanniterorden 1312 erbaut wurde, unter Federführung des Großmeisters Pierre d’Aubusson, der auch in Rhodos-Stadt seine Spuren hinterlassen hat. Die Akropolis von Lindos bietet ein Sammelsurium von Bauwerken, die Byzantiner, Johanniter und Osmanen hinterlassen haben. Wenn man die steile Treppe zum Torturm der Johanniterfestung hinaufsteigt, kommt einem unweigerlich der Gedanke, dass die Menschen damals sicher nicht an Übergewicht gelitten haben. Es war ein beschwerliches Leben, im wahrsten Sinne des Wortes ein Auf und Ab, das hier geherrscht hat. Im Herzen der Burg angekommen, verschwendet man daran aber keinen Gedanken mehr. Zu beeindruckend sind die Aussichten nach allen Seiten, zu blau ist der Himmel, zu faszinierend das an diesem Tag fast glatte Meer. Aber Lindos klotzt nicht nur mit der Akropolis, zu empfehlen ist auch ein Besuch des antiken Theaters, das in der Antike 1.800 Zuschauern Platz bot und das sich am Fuße des Akropolisfelsen befindet, gleich neben den allgegenwärtigen weißen Häusern, die für sich betrachtet schon die nächste Attraktion darstellen. Genauso wie die Pallas Bay und die Apostel Paulus Bucht. Diese einzigartigen Panoramen waren es auch, die uns veranlassten, Lindos bei Nacht einen weiteren Besuch abzustatten. Da wir, wie oben bereits einmal erwähnt, den Wagen schon um 20.00 Uhr am Vorabend zur Verfügung hatten, wollten wir uns diese Möglichkeit nicht entgehen lassen und haben uns verzaubern lassen von den unzähligen Lichtern, die diese Stadt zu einem unvergesslichen Erlebnis werden ließen. Von Lindos, wo wir einen Aufenthalt von etwa zwei Stunden einkalkuliert haben, geht die Fahrt weiter Richtung Süden über Lardos, Kiotari, Gennadi nach Kattavia, das wir jedoch rechts liegen lassen. Hier heißt es aufpassen, denn sonst verpasst man die völlig unscheinbare nach links abgehende Abfahrt zum „Prasonisi Beach“. Bis zur Abzweigung sind es ca. 35km und von dort dann noch etwa sieben Kilometer bis zu unserem zweiten Tagesziel *********** Prasonisi ***********
Wenn man die letzte Anhöhe überwunden hat, muss man nur noch einer relativ flach nach unten führenden Straße folgen. Aber man sieht die einem Ameisenheer gleich nach unten wuselnde Blechkarawane der Pandas, Micras und Atos natürlich schon früher. Auf dem größten Parkplatz der Welt, dem Strand von Prasonisi, kommen dann alle Leihautos, die Rhodos aufzubieten hat, zum Stillstand. Wir haben es geschafft, reihen unseren Wagen ein in die nicht enden wollende Karawane derer, die sagen können: Wir haben Rhodos „wirklich“ gesehen, denn wir waren am „most southern point“ der Insel. Was ist nun so besonders an Prasonisi? Nun, es ist schon ein beinahe bizarres Schauspiel, das sich hier bietet. Immerhin fließen hier zwei Meere, wenn man so will, ineinander. Auf der einen Seite die Ägäis, auf der anderen das lykische Meer. Und das Zusammenspiel, das sich beide liefern, ist in der Tat spektakulär. Nicht umsonst geben sich hier Surfer und Kiter die Klinke in die Hand. Die Winde sind rekordverdächtig und ich empfehle, den Mund, und sei es nur zum Staunen, nicht zu öffnen. Man könnte eine Wagenladung Sand abbekommen, eine derartige Brise pfeift hier um die Ecke. Die Wellen liefern hier wirklich ein Erste-Klasse-Spiel, die Gischt wartet mit ständig neuen Formationen auf und fast scheint es, als haben die beiden Meere Berührungsängste. Aber die Natur hatte eben anderes vor und so kann man diese Sanddüne, die das Festland mit dem Inselchen Prasonisi verband, nicht mehr trockenen Fußes begehen. Wir haben aber dennoch viele Urlauber gesehen, die unerschrocken, lediglich mit hochgekrempelten Hosenbeinen durch das Wasser gewatet sind und ..... am Ende doch hüfthoch im feuchten Element standen. Nachdem wir unser sandgestrahltes Auto erreicht hatten und losfahren wollten, erlebte ich selbst eine böse Überraschung. In der Annahme, einfach das in Fahrtrichtung geparkte Fahrzeug fortbewegen zu können, startete ich frohen Mutes, legte den ersten Gang ein, fuhr los .... und stand nach drei Metern im Sand von Prasonisi. Die Umstehenden, die mein Tun beobachteten, hatten derartig Kurzweiliges erwartet und bogen sich vor Lachen. Ich war wohl der nicht der Erste, dem dieses Missgeschick passierte und wohl auch nicht der Letzte. Es bedurfte allerdings dann nur einer kurzen bittenden Geste meinerseits und ein paar helfende Hände schoben unseren Panda flugs raus auf festeren Boden. Wir konnten unsere Fahrt fortsetzen, fuhren die sieben Kilometer zur Abzweigung nach Kattavia, wo wir dann links abbogen und fortan an der Westküste von Rhodos entlang fuhren, unserem nächsten Ziel entgegen: ************ Monolithos ************
Auf dem Weg nach Monolithos, der etwa 30km schnurstracks nach Norden führt, kommen wir auch an Apolakkia vorbei, das von Olivenhainen umgeben ist. Der Ort selbst bietet keine Besonderheiten, so dass wir einfach weiter gefahren sind, denn wir wollten unbedingt die grandiose Aussicht der Felsenburg am Südhang des Akramitis (825m) geniessen. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Wenn ich hier von Monolithos spreche, ist die Rede von der Felsenburg, die auf einem Bergkegel in etwa 240m Höhe thront, genauer gesagt vom Kastro Monolithos. Zuvor durchfahren wir die Ortschaft Monolithos, die selbst vernachlässigt werden kann. Die letzten Kilometer zur Felsenburg sind für sich gesehen schon wieder ein Erlebnis. Kurz nach Verlassen des Ortes folgen wir der guten Beschilderung, dann geht es über Serpentinen abwärts bis zu einem Parkplatz. Von dort führt ein relativ steiler Treppenweg zum Kastro. Oben angekommen heißt es dann wieder „Klick, klick, hurra!“, denn ab sofort werden die Fotografenherzen höher schlagen. Geboten wird ein Panoramablick über die gesamte Westküste. Einmalig! Eine kleine schneeweiße Kapelle lädt zu einem kurzen Gebet ein. Lassen Sie sich Zeit und schlendern Sie ein wenig umher, denn es besteht die Gefahr, das Gewölbe der noch teilweise erhaltenen Kirche Agios Pantelemon zu übersehen. Von dort drinnen kann man schöne Fotos schießen mit einem wunderbaren Bildausschnitt, weil die hintere Mauer fehlt. Die zum Teil gut erhaltenen Neubauten stammen, wie so Vieles, aus der Johanniterzeit und auch für das Kastro Monolithos war der Großmeister Pierre d’Aubusson verantwortlich. ************* Kap Fourni *************
Nachdem wir den fantastischen Panoramaausblick am Kastro Monolithos ausgiebig genossen haben, machen wir uns weiter auf den Weg zum Kap Fourni. Dort finden sich noch antike Spuren wie eine Höhlenkirche und Grabkammern. Am Zielpunkt angekommen erwarten den Besucher nicht nur eine felsgesäumte Sand-/Kiesbucht, sondern auch heftige Windböen. Sehenswert am Kap Fourni ist vor allem der verfallene Turm, der vermutlich in frühchristlicher Zeit als Leuchtturm diente. Da seine Form an einen rhodischen Backofen („fournos“) erinnert, stand er Pate für die Namensgebung des Kaps. Neben den Ruinen aus der Antike finden sich aber natürlich auch Sonnenanbeter, die die Abgeschiedenheit und das klare Meerwasser einfach nur genießen. Tag 2 unserer Rundreise neigt sich damit dem Ende zu. Über Monolithos, Apolakia, Gennadi, Kalathos und Archangelos machen wir uns auf den Rückweg nach Porto Angeli in unser Hotel. ************************************************ III. Moni Kalopetra, Petaloudes, Filerimos ************************************************ Erstes Tagesziel: ****************** Moni Kalopetra ****************** Wir fahren zunächst Richtung Faliraki, biegen aber bereits nach etwa zehn Kilometern, kurz vor Afandou links ab nach Petaloudes, in das Tal der Schmetterlinge. Auf dem Weg zu den „Harlekinen“ machen wir aber einen, gerne auch längeren, Zwischenstopp am Kloster Moni Kalopetra. Die einschiffige kleine Klosterkirche hat sehr schöne Votivtafeln zu bieten, u.a. eine äußerst sehenswerte Muttergottes. Das romantische Kirchlein ist eingebettet zwischen weiß gekalkten Häusern und Orangenbäumen. Sitzbänke laden zum Verweilen ein. Dienstbare Geister bieten Joghurt mit Honig oder frisch gepressten Orangensaft. Wer es sich links von der Kirche auf einer Bank bequem macht, der kann auch den fast schon obligatorischen Blick aufs Meer und die dahinter liegende Türkei genießen. Hier lässt es sich aushalten, zumal die Sonne mittlerweile unbarmherzig herunterknallt. Dabei stehen wir doch erst am Anfang eines weiteren Genusstages in Sachen „Rhodos in drei Tagen“. *********************************** Petaloudes (Schmetterlingstal) *********************************** Zum Glück ist das Tal der Schmetterlinge aber nicht mehr weit. Die Straßen sind hier relativ gut ausgebaut und so gelangen wir nach kurzer Fahrt zur Heimstatt der Harlekine, die rötlich-braun gepunkteten Lieblinge der Fotografen, die aber in den letzten Jahren rapide abgenommen haben. Wer seine Augen öffnet und sich vor allem Zeit lässt, der wird belohnt werden. Wir haben sicher eine ganze Menge Schmetterlinge zu Gesicht bekommen. Das Problem ist, dass sie die meiste Zeit in den Bäumen sitzen und das prachtvolle rötlich schimmernde Federkleid so nicht zu sehen ist. Wenn die Harlekine nicht fliegen, sieht man nur ihr der Natur angepasstes Kleid, also ein dunkelbrauner Flügel, der, einem Zebra ähnlich, mit weißen Streifen, durchzogen ist. Aber immer wieder sind auch ganze Herden im Dutzend zu sehen. Dann leuchten die Harlekine in voller Pracht. Ein herrlicher Anblick! Es sind aber nicht nur diese Nachttiere, die hier zur Paarung zusammen kommen, die einen Besuch lohnenswert machen. Auch das Tal selbst ist durchaus sehenswert. Ein Spaziergang auf dem gepflegten Felspfad unter all den Bäumen ist eine willkommene Abwechslung. Man kommt an klaren Wasserbecken vorbei, sieht pittoreske Felstürme und immer wieder kleinere oder größere Schwärme Harlekine. Für den ausdauernden Wanderer stehen natürlich auch Kioske mit Erfrischungen und den unvermeidlichen Souvenirs (Harlekine in allen erdenklichen Größen, Formen und Farben, also auf T-Shirts, Tassen, Postkarten und und und). *********** Filerimos *********** Allmählich neigt sich unsere 3-Tagestour nun doch dem Ende entgegen. Als letztes Ziel unserer Route wartet noch ein letztes Highlight: Filerimos. Von Petaloudes aus setzen wir die Fahrt an die Westküste fort. An der Küstenstraße angekommen, biegen wir nach rechts ab Richtung Flughafen Paradisi. Diesen lassen wir hinter uns und fahren weiter nach Ialyssos, einen der drei alten Stadtstaaten der Insel. Hier findet man noble Villen ebenso wie moderne Hotels für Tausende von Rhodos-Urlaubern. Das Urlauberzentrum interessiert uns an diesem Tag jedoch nicht, wir konzentrieren uns vielmehr auf den Wegweiser nach Filerimos, der uns etwa in der Ortsmitte entgegen prangt. Aber Vorsicht, man übersieht ihn nur allzu leicht. Der Wegweiser befindet sich ziemlich genau in der Ortsmitte von Ialyssos, dann geht es nach rechts ab und dann sieht man auch schon einen grünen Berg. Um dahin zu gelangen, muss man erst etliche Serpentinen nach oben klettern, aber nach etwa vier Kilometern hat man es dann geschafft. Mit Filerimos wartet ein weiterer Aussichtsberg auf den Besucher, der mit antiken Zeugnissen mehrerer Epochen aufwarten kann. 250m über dem Meer sieht man Überreste aus antiker, mittelalterlicher und neuerer Zeit. Völlig zeitlos dagegen ist, wieder einmal, der fantastische Ausblick, den es auch hier oben gratis gibt. In antiker Zeit bauten die Bewohner von Ialyssos hier oben ihre Akropolis. Davon sind nur noch einige Mauerreste zu sehen. Nachdem man zwischen wunderschönen Zypressen einige Höhenmeter zurück legt, gelangt man zur Ritterkirche, der eigenwilliger Turm irgendwie so gar nicht zu den Vorstellungen kirchlicher Baukunst passen mag. Aber die Italiener haben ihn so rekonstruiert und da steht er nun. Aus dem 5./6. Jahrhundert ist noch ein Taufbecken der Basilika zu bewundern, das in Kreuzform in den Boden eingelassen ist. Hinter dem Turm befindet sich ein vollständiger Wiederaufbau des ehemaligen Johanniterkonvents, ebenfalls rekonstruiert von Italienern. Beeindruckend ist der blumenumrankte Kreuzgang, ein ebenfalls gern fotografiertes Motiv. Den Namen verdankt Filerimos übrigens einer byzantinischen Klostergründung, die auf das 13. Jahrhundert zurückgeht. Der damalige Eremit nannte sich „Freund der Einsamkeit“ (= Filerimos), weil er hier eine Zelle bewohnte. Am meisten beeindruckt hat uns jedoch der Aussichtspunkt (was sonst!) auf der gegenüber liegenden Seite. Man geht zunächst vom Klosterturm wieder einige Meter nach unten, dann geht es aber auch schon wieder nach oben. Vorbei an einer Allee mit Kreuzweg, alles im Schatten wohlgemerkt, gelangt man schließlich zu einem 13m hohen Betonkreuz. Laut Reiseführer soll es auch zu begehen sein. Als wir vor Ort waren, verschloss eine Eisenkette das Tor. Was aber auf alle Fälle bleibt, ist der großartige Ausblick von hier oben. Man glaubt wirklich, den Göttern näher zu sein als sonst wo auf der Insel. Mit diesem letzten Ausblick verabschieden wir von der Inselrundfahrt. Drei herrliche Tage Rhodos gingen damit zu Ende und es wird Zeit, ein ****** Fazit ****** zu ziehen. Eine Erkundung auf eigene Faust mit einem Leihwagen ist in jedem Fall anzuraten. Die Insel hat jede Menge zu bieten und auch Skeptiker werden überrascht sein, was es alles zu sehen gibt. Natürlich kann man in drei Tagen unmöglich alles sehen, was nach Ansicht der Autoren in den Reiseführern gesehen werden muss. Mich persönlich hätte noch die Ausgrabungsstätte in Kamiros interessiert, allein, es fehlt die Zeit und am Ende, da bin ich ehrlich, auch die Lust. Gefahren sind wir insgesamt etwa 600km, die erstaunlich bequem und komfortabel zurückgelegt werden konnten. Die Eintrittspreise auf Rhodos sind moderat und bewegen sich im mittleren einstelligen Euro-Bereich. Wir hatten das Glück, an dem einen oder anderen Tag überhaupt nichts zahlen zu müssen. Mein persönliches Highlight war Lindos: die Strände, die Akropolis, das kristallklare Meer, einfach ein Traum. Rhodos wird uns unvergesslich bleiben und irgendwann werden wir sicher wieder zurückkommen. |
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