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Was erwartet den geneigten Leser Im Folgenden? Ein, zugegeben, sehr subjektiver Reisebericht über eine Kreuzfahrt ins östliche Mittelmeer zu so einzigartigen Inseln, wie z.B. Santorin. Der Bericht ist sehr ausführlich gehalten und beinhaltet z.B. Einzelheiten über die Anreise inkl. Vor-Übernachtung genau so wie detaillierte Schiffsbeschreibungen. Von Zeit zu Zeit wird auf externe Seiten verlinkt, z.B. um Testberichte auf Holidaycheck o.ä. nachzulesen. Am Ende des Berichts folgen ebenfalls noch Hinweise zu weiteren informativen Seiten. Gerne beantworte ich auch konkrete Rückfragen unter meiner Email-Adresse daimlino@t-online.de. Wem die Textflut zu viel ist, kann auch sofort zur Fotoshow wechseln und zwar hier:
Und jetzt wünsche ich viel Vergnügen bei meinem Reisebericht "Kreuzfahrt zu den Inseln des Glücks"! |
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Vorgeschichte
Der Gedanke an eine Kreuzfahrt kam erstmals im Jahr 2004 auf. Den damaligen Urlaub verbrachten wir, wie schon so oft, in Jesolo. Bei dieser Gelegenheit machten wir natürlich auch einen Abstecher nach Venedig und sahen, als wir am Markusplatz standen, ein Schiff der Costa-Flotte majestätisch vorüber gleiten. Ob es sich um die Mediterranea handelte, wissen wir nicht, dieses Bild blieb uns jedoch in Erinnerung und seit dieser Zeit ließ uns der Gedanke an eine Kreuzfahrt nicht mehr los. Wir wollten dieses unbeschreibliche Gefühl ebenfalls verspüren. Weit oben auf der Reling zu stehen und an den einzigartigen Bauwerken Venedigs vorbei zu fahren mit einem solchen Luxusliner, das musste großartig sein!
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Zwei Jahre später besuchten wir zunächst einen Diavortrag, in dessen Rahmen sowohl AIDA als auch Costa ihre Schiffe und vor allem ihre Philosophie vorstellten. Spätestens ab diesem Zeitpunkt hatten wir Blut geleckt und der Kreuzfahrtvirus hatte neue Opfer gefunden.
Schnell waren wir uns darüber einig, dass nur eine Reise mit Costa für uns in Frage käme, weil meine Frau von einer extremen Flugangst geplagt wird (AIDA keine Starthäfen auf dem Festland zu der Zeit anbot) und wir unbedingt von Venedig aus starten wollten.
Es wird langsam ernst
Die richtige Route war auch schnell gefunden, es sollte ins östliche Mittelmeer gehen. Das sah dann im Einzelnen so aus:
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Für die Verwendung der Grafiken bedanke ich mich bei der Firma TravelShop GmbH unter www.schiffsbewertungen.de |
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Heiß diskutiert wurde im Vorfeld die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt der Anreise. Wir entschieden uns schließlich dafür, bereits am Vortag nach Venedig anzureisen, aus dem einfachen Grund, um evtl. Staus, Pannen etc. nicht hilflos ausgeliefert zu sein. Ein Sightseeing in Venedig war nicht geplant, die Stadt haben wir schon mehrmals in den vergangenen 20 Jahren gesehen. |
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Das Abenteuer beginnt
Tag 1 (Montag, 28. Mai 2007)
Frisch ausgeruht ging es also am frühen Morgen des 28.5.2007 mit dem Auto los. Es war geplant, zwischen 9.30 und 10.00 Uhr im Hafenbereich anzukommen und eine möglichst niedrige Einschiffungsnummer zu ergattern. Das klappte auch hervorragend. Mit der Anreise gab es keine Probleme, die kurze Strecke von Quarto d’Altino nach Venedig ist gut ausgeschildert. Im Hafenbereich wuselten schon viele eifrige Helfer durch die Gegend, denn es strömten Kreuzfahrer aus aller Herren Länder in den Hafen und es lagen ja mehrere Schiffe vor Anker, nicht nur die Costa Med. Bevor wir unseren Pkw auf dem über Internet reservierten Parkplatz abstellten, lieferten wir erst einmal unser Gepäck ab. Das wurde uns von einer deutsch sprechenden Dame von Costa abgenommen. Bei dieser Gelegenheit erhielten wir dann auch unsere Einschiffungsnummer, es war die Nummer 6. Es war jetzt kurz nach 10.00 Uhr und wir hatten reichlich Zeit, das Schiff zu betrachten, zu fotografieren, zu filmen und Bauklötze zu staunen. Noch ein Wort zur Parkplatzreservierung: Die Unterlagen mit der Adresse erhielten wir zusammen mit den Tickets. Nachdem uns diese jedoch erst knapp eine Woche vor Abfahrt erreichten, wurden wir doch etwas nervös. Das wäre aber normal, wie man uns verschiedenerseits versicherte!
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Aber dann durften wir endlich auf den Luxusliner, der für die kommenden sieben Tage und Nächte unser Leben bestimmen sollte. Über die Inneneinrichtung der CM wurde schon viel geschrieben und jeder kann die Kommentare hierzu in den jeweiligen Foren (neuerdings auch bei www.holidaycheck.de) nachlesen. Kürzlich wurde auch mein persönlicher Testbericht über die Costa Mediterranea online gestellt und zwar hier:
Die zentrale Empfangshalle, das Atrium "Maschera d'Argento" bildet das Herzstück der CM. Wer hier zum ersten Mal in seinem Leben steht, ist sofort gefangen von dem Zauber, der von diesem Schiff ausgeht. Die Inneneinrichtung ist stilvoll, Vorbild waren die venezianischen Adelspaläste. Spektakulär die gläsernen Panoramalifte. Wer hier nach oben rauscht, glaubt auch an die Quadratur des Kreises. Aber wir wollten keine Zeit verlieren. Schließlich war ja bereits ein kleiner Imbiss vorbereitet (tatsächlich war es dann der Beginn des täglichen ganz normalen Wahnsinns) auf Deck 9 im Armonia-Buffet- Restaurant. Vorher machten wir noch einen Abstecher in unsere Kabine auf dem Teseo-Deck (Deck 4). Die Kabine mit der Nummer 4140 war für die kommenden Tage unser Ruhepool. Viel Zeit würden wir hier nicht verbringen. Wenngleich, die Kabine mit ca. 16qm war ausreichend für uns drei Erwachsene, auch wenn es etwas eng war. Aber wir arrangierten uns und freundeten uns schnell mit dem gediegenen Komfort an. Minibar, Safe, der mit der Costa-Card zu bedienen war, ein Eiskübel, der jeden Tag mit einer Mineralwasserflasche gefüllt war und der (natürlich!) immer mit frischem Eis bestückt war (dem einzigartigen Henry sei Dank!),ach ja und ein riesiges Fenster hatten wir auch noch. Genau zwischen zwei Rettungsbooten konnten wir den Blick aufs Meer genießen. Kreuzfahrerherz, was willst du Meer? Auch die sanitären Einrichtungen spiegelten den ohnehin schon sehr guten Eindruck wider: erfreulich viel Stauraum, auch für drei Erwachsene, für die Toilettenartikel. Die Armaturen waren von "Grohe", also gediegene deutsche Wertarbeit. Auch Stauraum für die Kleidung war ausreichend vorhanden.
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Nach dem Essen hatten wir noch ausgiebig Gelegenheit, das Schiff zu durchforsten. Aber so oft wir auch in den folgenden Tagen das Restaurant aufsuchten oder den Fitnessbereich oder was auch immer. Einmal am Tag, mindestens, stellten wir am Ende des Weges fest: Falsche Richtung, kehrt marsch. Und weil die CM stolze 293 Meter in der Länge mißt, kamen da etliche umsonst gegangene Strecken zusammen. Andererseits: Bei dem guten Essen und der überreichlichen Kalorienzufuhr war das zumindest eine kleine Art des Ausgleichs. Pünktlich um 18.00 Uhr erinnerte uns dann das lautstarke Horn der CM (ich schätze so um die 5.000 Dezibel, jedenfalls so laut, dass jedem Normalsterblichen die Ohren wegfliegen!) daran, dass es Zeit ist, Venedig "Adieu" zu sagen. Pünktlich begann es auch noch zu regnen und es war saukalt. Aber die schön kitschige Melodie von "Time to say Goodbye" ließ uns Wind und Wetter vergessen. So wie wir es damals am Markusplatz, im Jahr 2004 als Zuschauer erlebt hatten, standen wir jetzt oben an der Reling dieses wunderbaren Schiffes und konnten unser Glück immer noch nicht fassen. Wir waren tatsächlich an Bord und starteten eine Kreuzfahrt in's östliche Mittelmeer. Bari war unser erster Anlaufhafen. Aber davor stand erst einmal ein üppiges Abendessen auf dem Programm. Um dem geneigten Leser schon einmal etwas Appetit zu machen, habe ich hier eine Speisekarte zum Nachlesen reingestellt. Einfach auf die jeweiligen Bilder zum Vergrößern klicken. |
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| Im Speisesaal wurden wir bereits von einer Division lächelnder Kellner erwartet, die uns, nach Vor-zeigen unserer Tischkarte (die lag übrigens auf unserer Kabine) zu unserem Tisch Nummer 8 führten. Der befand sich im vorderen Bereich an einem schönen großen runden Fenster. Hier war es etwas ruhiger und man konnte sich prima unterhalten. Übrigens: Wir hatten uns bereits bei der Buchung für die zweite Sitzung entschieden, mussten dann aber feststellen, dass dies auf der Tischkarte falsch vermerkt worden ist. War aber kein Problem, das zu ändern und in die Abendsitzung zu wechseln. Es gab einen besonderen Raum, der täglich zu bestimmten Zeiten nur für diesen Zweck aufgesucht werden konnte. Dort warfen die Jungs ihren Laptop an und suchten nach Lösungsmöglichkeiten. Klappte prima! Weniger prima waren die Getränkepreise, aber das wurde und wird in allen möglichen Foren reichlich diskutiert. Ich habe eine eigene Meinung dazu: Da wir nicht bereit waren, die überteuerten "All inklusive"-Pakete zu ordern (künftig kosten sie ja sogar 11,-- € täglich pro Person), haben wir uns mit einem Mineralwasserpaket beschieden. Das waren 13 Flaschen, die so um die 25,-- € kosteten. Das war m.E. in Ordnung. Daneben konnte man sich "außer der Reihe" immer mal einen Tagescocktail o.ä. gönnen. Das schonte das Budget doch ungemein und wir hatten jetzt nicht das Gefühl, dass uns grossartig etwas fehlen würde. Ein paar Preisbeispiele für die Getränke findet Ihr hier: |
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Bevor wir unser müdes Haupt nach diesem ereignisreichen ersten Tag nun endlich in die Kissen betten konnten, mussten wir noch den Ausflug für die erste Anlaufstation "Bari" buchen. Dies erledigten wir über die aufgestellten Automaten, die ähnlich wie ein Bankomat, nur einfacher funktionieren. Du schiebst die Costa-Karte in den dafür vorgesehenen Schlitz und folgst den eindeutigen Anweisungen. Am Ende wird der Betrag für den Ausflug, in diesem Fall waren es 45,-- € pro Person, abgebucht. Tolle Sache, diese Costa-Karte. Man benötigt während des gesamten Schiffsaufenthaltes kein Bargeld. Allerdings muss man die Karte vorher freischalten lassen. Dafür hat man etwa 48 Stunden Zeit. Die Kostenkontrolle erfolgt am besten über den Bordbildschirm in der jeweiligen Kabine. Hierzu gibt man lediglich die letzten vier Ziffern seiner Costa-Karte ein und schon erscheint der Kontoauszug. Für manche wäre es hingegen vielleicht besser, das nicht zu kontrollieren. Aber böse Überraschungen soll man bekanntlich ja nie ausschließen. Der erste Tag war mehr als aufregend und wir haben jeden Augenblick genossen. Obwohl auf der Tour nach Bari Spitzendwindgeschwindigkeiten von mehr als 100kmh erreicht wurden (auch das kann man immer wunderbar am Bordfernsehen in der Kabine verfolgen), schliefen wir schnell ein. Unsere Befürchtungen, von den Nachbarkabinen etwas mitzubekommen oder gar durcheinander geschaukelt zu werden, bewahrheiteten sich zum Glück überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil: Die Matratzen waren hervorragend, die Klimaanlage surrte angenehm leise und die CM lächelte über die Windgeschwindigkeiten nur müde. Wir schliefen während der ganzen Tour einfach großartig. |
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Tag 2 (Dienstag, 29. Mai 2007) Die unruhige Nacht mit Windstärke 10 hatten wir völlig unbeschadet überstanden. Und ein Blick aus unserer Kabine (zwar eingeschränkt, aber ausreichend) zeigte uns: Wir können hoffen, der Himmel strahlte in unserer Lieblingsfarbe. Einige Wolken führten noch ein paar Rückzugsgefechte, aber für den ersten Stopp war, zumindest wettermäßig, alles angerichtet. Wir hatten reichlich Zeit, in aller Ruhe zu frühstücken. Das machten wir in den ersten Tagen auf Deck 9 im Buffet-Restaurant Perla del Lago. Erst später, dem Tipp unserer Tischnachbarn sei Dank, frühstückten wir dann im Hauptrestaurant Degli Argentieri. Hier genossen wir dann den schon erwähnten erstklassigen Service und konnten auch nach Karte wählen, z.B. Spiegeleier! Ein sehr gelungener Service, den wir schon am ersten Tag genießen konnten, ist das Tagesprogramm "Today", das natürlich auch in deutscher Sprache zur Verfügung steht und das vom Kabinensteward jeweils am Vorabend auf den Kabinen verteilt wird. Dort erfährt man auf prall gefüllten vier Seiten alles, um gut durch den Tag zu kommen. Wer auf Animation steht, kann nachlesen was wann und wo alles geboten wird. Auch Hinweise im Hinblick auf die Garderobe, die beim Abendessen gewünscht wird (leger oder elegant), kann im "Today" nachgelesen werden. Besonders wichtig und unverzichtbar waren die Hinweise zu den Ausflügen. Je nachdem, ob man an einem Costa-Ausflug teilnimmt oder etwas auf eigene Faust unternimmt, sind die Treffpunkte unterschiedlich, besonders im Hinblick auf die Zeiten. Wir Deutsche wurden meistens in den Salon Giardino Isolabella auf dem Circe-Deck beordert. Kleiner Tip am Rande: Wir waren immer schon deutlich vor den angegebenen Zeiten (etwa eine halbe Stunde früher) vor Ort, haben dann eine niedrigere Nummer bekommen und waren so meistens beim ersten Schwung dabei, der von Bord konnte! An dieser Stelle übrigens noch einmal ein herzlicher Dank an Costa. Was hier logistisch geleistet wurde, war aus unserer Sicht wirklich großartig. Kaum Wartezeiten, keine Pannen, alles perfekt. Der Ausflug nach Alberobello kostete, wie schon oben erwähnt, 45,-- € pro Person. Darin enthalten waren die ca. 75 Minuten dauernde einfache Busfahrt, eine deutschsprachige Reiseleiterin (Nochmals Dank an Ivana, die ihr ungeheures Wissen gerne an uns weiter gab) und ein (klitzekleiner Imbiss). Die Busse warteten um die Ecke der CM und weil wir rechtzeitig vor Ort waren, konnten wir die Fahrt in der ersten Reihe genießen. Von Bari selbst bekamen wir nicht sehr viel mit. Aber wir wollten ja auch nach Alberobello, der "Hauptstadt der Trulli". Nicht umsonst gehört Alberobello zum Weltkulturerbe der UNESCO. Wenngleich hier sehr viele Touristen vor Ort sind, kann man sich doch immer wieder in ruhigere Gassen zurück ziehen und nach Herzenslust fotografieren. Die Rundbauten mit den charakteristischen Kegeldächern, die ohne Mörtel hochgezogen worden sind, üben einen ganz eigenen Reiz aus. Ich fühlte mich teilweise wie im Märchen und wartete darauf, dass jeden Augenblick die sieben Zwerge aus einem der Häuser kommen müßten. Tatsächlich waren es jedoch meistens Souvenirverkäufer. Zweifellos hatten wir mit der Entscheidung, einen Ausflug nach Alberobello zu buchen, den richtigen Riecher. Auf eigene Faust hätten wir hier sicher nichts unternehmen können, zumal eine Taxifahrt in eine 40km entfernte Stadt wohl nicht erschwinglich gewesen wäre. Alternativ hätte man natürlich die Stadt Bari selbst zu Fuß erkunden können. Aber andererseits: Wann kommt man schon nach Alberobello? Als Draufgabe gab es dann auch noch eine informative Führung durch die Kathedrale San Nicolo, die diesen wundervollen ersten Tag unserer Kreuzfahrt dann abrundete. Kurz vor 18.00 Uhr kamen wir wieder im Hafen von Bari an und kaum hatten wir die CM betreten, hieß es auch schon wieder: Leinen los und Kurs auf Katakolon! Nach der Rückkehr auf das Schiff blieb uns kaum eine Verschnaufpause, denn die Rettungsübung war angesagt und da durfte natürlich keiner fehlen. Das wie immer ausgezeichnete Abendessen haben wir uns an diesem Tag daher redlich verdient! |
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Tag 3 (Mittwoch 30. Mai 2007) An diesem sonnigen Mittwoch stand Katakolon auf dem Programm. Dieser Ort wäre heute noch ein völlig unscheinbarer kleiner Punkt auf der griechischen Landkarte, würden hier nicht seit einigen Jahren die Kreuzfahrtschiffe vor Anker gehen, um Tausende von Passagieren an Land zu werfen und nach Olympia zu karren. Da wir bereits vor Jahren dem geschichtsträchtigen Olympia einen Besuch abgestattet haben, begnügten wir uns diesmal mit einem Spaziergang durch den beschaulichen kleinen Ort am südwestlichen Peloponnes. Besonders unsere Tochter war mit diesem Vorschlag mehr als einverstanden, gab es doch jede Menge Juweliere, die ihre Ware feilboten und ... überflüssig zu erwähnen, selbstverständlich wurde Katrin auch fündig und deckte sich mit einem Ring und Ohrringen ein. Heute wurde übrigens zum ersten Mal getendert. Eine neue aufregende Erfahrung für uns. Geübte Hände ließen die bis zu 120 Personen fassenden Zubringerboote sicher ins Wasser gleiten. Die gleiche Hilfestellung erfuhren später die Passagiere beim Betreten der schwimmenden Taxis. Im Hafen von Katakolon hatte die Costa Mediterranea diesmal Gesellschaft. Die Grand Princess und die kleine Royal Iris, die mit ihren frischen Fabren für Erheiterung sorgte, lagen nur ein paar Meter weiter vor Anker. So gab es jede Menge zu sehen, auch wenn man den Ausflug nach Olympia nicht unbedingt mitmachen wollte. Erwähnenswert ist vielleicht auch die Tatsache, dass Medikamente hier preiswert eingekauft werden können. So kostete z.B. eine 10er Packung Asprin plus C nur etwa gut einen Euro. Da kann man schon mal für Freunde und Verwandte einkaufen. Direkt an der Hafenpromenade sind auch einige nette Cafes und Restaurants. So kann man bei einer Tasse Cappuccino ganz entspannt den Blick auf das Meer genießen. Pünktlich um 18.00 Uhr hieß es wieder: "Alle an Bord" und Kurs auf Santorin, einem weiteren Highlight dieser einzigartigen Reise. An diesem Tag stand im "Today" zum ersten Mal der Hinweis "elegant" bei der Abendgarderobe. Wir waren alle schon sehr gespannt, weil es heute zum "Captain's Dinner" bzw. zum "Willkomens-Gala-Abend" gehen sollte. Natürlich wollten wir auch ein Foto mit "Il Commandante" Giuseppe Russo haben, die 15,-- € waren wir gewillt zu investieren. Wer ein solches Bild haben wollte, sollte sich schon früher am Eingang des Osiris Theaters einfinden. Aus organisatorischen Gründen hielt man den Cocktailempfang im prestigeträchtigen Musentempel ab, einen besseren Ort hätte man gar nicht wählen können. Auch das war für uns eine Premiere. Wir waren früh dran und hatten daher noch die freie Auswahl, so dass wir der Zeremonie in einer der vorderen Reihen folgen konnten. Il Commandante Russo stellte die Offiziere, den Bordarzt und einige andere wichtige Persönlichkeiten der CM vor, er machte dies in mehreren Sprachen, u.a. natürlich auch in Deutsch. Dazwischen wurden von den dienstbaren Geistern kleine Canapes (köstlich!) gereicht und ein vorzüglicher Prosecco eingeschenkt. Der Empfang dauerte etwa eine halbe Stunde und die Sache war einmal mehr bestens organisiert. Das anschließende Galaessen im Degli Argentieri war ein weiterer Höhepunkt für unsere verwöhnten Gaumen. War das Essen bisher schon überdurchschnittlich, so setzten die Köche diesmal vielleicht sogar noch einen drauf. Zur Vorspeise wurde u.a. ein extrazartes "Rind-Carpaccio mit Lattich und Rosmarin-Fladenbrot" serviert, anschließend wurden u.a. "Cannelloni gefüllt mit Fleisch und Ricotakäse" gereicht. Als Hauptgericht genossen wir u.a. "Ente à l'Orange mit Bigarade-Sauce, Berny-Kartoffeln, Spargel und glacierten Zwiebeln". Und - bekommen Sie schon Appetit? Verständlich, denn es war wirklich ein Hochgenuss. Passend dazu wie immer das Programm im Theater. Was hier an Unterhaltung geboten wurde, war ebenfalls erstklassig. Egal, ob Matthew Goodgame mit seiner Tanztruppe "Purple Rain" von Prince intonierte oder zusammen mit den anderen Künstlern Szenen aus "Lord of Dance" zum Besten gab oder ob das ehemalige Mitglied von den legendären "Platters", Van Presley, den Megahit "Only you" schmetterte, das Programm überzeugte jeden Abend. Die "Appetizer" dazu gibt's unten! |
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Tag 4 (Donnerstag, 31. Mai 2007) Heute mußten wir früh raus aus den Federn. Um 7.30 würde die CM in der Caldera von Santorin vor Anker gehen. Ein Tag, auf den wir uns schon Wochen vorher gefreut und dem wir regelrecht entgegen gefiebert hatten. Bislang kannten wir die herrlichen Aussichten von Thira oder Oia nur von Kalendern oder aus unzähligen Internetfotos. Und wir hatten beschlossen, heute selbst so viele Fotos zu schießen, dass es für mehrere Kalender reichen sollte. An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir außer in Bari keinen organsierten Ausflug mitgemacht haben. Das hatte übrigens nicht nur finanzielle Gründe, sondern lag in erster Linie auch daran, dass wir uns einen Großteil an Eigenständigkeit bewahren wollten. Gerade an Orten wie Santorin, Mykonos oder später auch Dubrovnik wollten wir uns nicht dem Zeitdruck durch einen Reiseleiter ausgesetzt sehen. Wer unabhängig sein will, kann auch auf eigene Faust auf Entdeckungstour gehen. Auf cruis-chat.com hatten wir bereits in Erfahrung gebracht, dass man durchaus mit dem Taxi vergleichsweise preiswert von Thira nach Oia fahren kann. Zunächst galt es aber, erst einmal in den Hafen zu kommen. Heute wurde wieder getendert. Die CM war anscheinend überpünktlich an diesem herrlichen Morgen. Jedenfalls standen wir als erste Gruppe an der Kasse der Kleinkabinenbahn, noch bevor überhaupt geöffnet war. Die einfache Fahrt kostete überschaubare 4,-- € und wir genossen den Luxus, mit der ersten Kabine nach oben zu rauschen. Zu diesem Zeitpunkt wußten wir noch nicht, dass wir einige Stunden später den beschwerlichen Weg nach unten zu Fuß antreten würden. Bevor es mit dem Bericht weiter geht, eine kleine Erholung für die Augen: |
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Unzählige Esel standen in Karawanen bereit, um die Kreuzfahrer nach oben zu tragen. Wir haben auf dieses fragwürdige Spektakel verzichtet. Zuviel hatten wir über das traurige Schicksal der geschundenen Tiere gelesen. Ein Blick in ihre Augen sagte mir deutlich: Lass es bleiben! Wenige Minuten später schwebten wir in Thira ein. Hier oben, dem lieben Gott und dem blauen Himmel ein gutes Stück näher, war um diese Zeit noch nichts los. Die kleine Stadt wartete auf den Ansturm der Kreuzfahrer, die in Hochsaisonzeiten wie Heuschrecken hier einfallen. Wir verloren daher keine Zeit und machten uns auf Richtung Stadtmitte, um einen Taxistand zu suchen. Wir wollten so schnell wie möglich nach Oia, der 10km von Thira entfernte Ort, an der Nordspitze Santorins gelegen. Kommentare über angebliche horrende Preise von bis zu 90,-- € für eine einfache Taxifahrt wurden schnell ad absurdum geführt. Man sagte uns sofort und ohne Umschweife, dass die Fahrt für drei Erwachsene 15,-- € kosten würde. Im Vergleich zu einem organisierten Ausflug ein wahres Schnäppchen. Dass man dabei u.U. nicht soviel über die geschichtlichen Hintergründe usw. erfährt, liegt auf der Hand. Aber wir wollten im Grunde ohnehin nur unseren Augen und Sinnen etwas Besonderes gönnen. Fotoapparate haben auf Santorin Hochkonjunktur. Und wir haben Material ohne Ende geschossen. die Fahrt nach Oia dauerte etwa 25 Minuten und bei der Ankunft machten wir uns noch keine Gedanken, dass wir irgendwann auch wieder zurück müssen. Stattdessen tauchten wir ein in die Farbenpracht des Meeres, des Himmels, der weiß getünchten Häuser und Kirchen. Fantastisch!
Um 13.30 Uhr mußten wir spätestens wieder an Bord sein, dann würde die CM ihre Fahrt nach Mykonos fortsetzen. Da wir zeitig in Oia waren und nach Herzenslust schauen und fotografieren konnten, blieb noch genügend Zeit, um anschließend nach Thira zurückzukehren und dort weitere Eindrücke zu sammeln. Wir kehrten an den Dorfplatz zurück, wo uns der Taxifahrer aussteigen ließ. Zu unserem Erstaunen fanden sich dort jedoch keine Taxen. Eine Rückfrage bei einer freundlichen deutschsprechenden Besitzerin eines Mietwagenverleihs ergab, dass ein Taxi nur nach telefonischer Bestellung kommen würde. Sie war sogar so nett und ging noch einen Schritt weiter. Sie telefonierte nach Thira (kostenlos für uns!) und erklärte uns, dass alle Taxen im Einsatz wären. Sie empfahl uns die Rückfahrt mit dem Inselbus. Und wieder hatten wir Glück, nur Minuten später fuhr er uns förmlich über die Füße. Die Fahrertür öffnete sich, ein sonnenbebrillter Kopf lugte kurz heraus und schrie aus Leibeskräften: "Bus nach Thira. Einsteigen! Schnell, schnell!" Dieser Aufforderung folgten wir natürlich umgehend und zahlten auch gerne den äußerst günstigen Obolus von 1,20 € für einen Erwachsenen. Dann folgte eine einigermaßen aufregende Rückfahrt über die Straße, die wir bereits kannten. Allerdings ist so ein Bus doch um einiges größer als ein Pkw und so kam es immer wieder vor, dass wir halten und rangieren mußten, wenn Gegenverkehr war oder umgekehrt. Die Rückfahrt dauerte daher auch etwa 40 Minuten. Aber es war unterhaltsam und vor allem preiswert! Mittlerweile erreichten die Temperaturen sommerliche Werte, es war heiß und die engen Gassen und Straßen von Thira waren zwischenzeitlich mit Touristen förmlich übersät. Es war eine goldrichtige Entscheidung, nach Oia zu fahren und dort den Inselgeist zu atmen. Thira ist zwar die touristische Hauptstadt, größer, lärmender, aber eben auch schon überlaufener. Trotzdem kann man auch in Thira tolle Fotos schießen, wie das folgende Beispiel beweist:
So schön der Aufenthalt auf Santorin auch war, irgendwann hieß es auch hier wieder Abschied zu nehmen. Die Frage war aber, per Kleinkabinenbahn, zu Fuß oder mit Eseln. Letztere Transportmöglichkeit hatten wir von Anfang an ausgeschlossen. Nachdem zur fraglichen Zeit jedoch viele Gleichgesinnte an der bequemen Seilbahn gewartet haben, nahmen wir die 571 Stufen zu Fuß in Angriff. Der Geruch war teilweise etwas streng, aber auszuhalten, nur den Eseln stand man mitunter Auge in Auge gegenüber. Das war zum Teil wesentlich schwerer zu ertragen. Jedenfalls ist ein bißchen Kondition schon erforderlich, dann steht jedoch einem Marsch nach unten nichts mehr im Weg. Wir schafften es daher locker rechtzeitig an Bord und die Fahrt konnte wie immer pünktlich weiter Richtung Mykonos gehen. Dort gingen wir gegen 18.00 Uhr von Bord und stiegen in die bereitstehenden Busse, die uns gegen einen Unkostenbeitrag von 5,-- € zur Stadt brachten. Ein Service, den wir gar nicht erwartet hätten und der auch nicht notwendig gewesen wäre. Im Gegensatz zu Santorin ist Mykonos ja wesentlich flacher angelegt und daher auch gut zu "begehen". In diversen Reiseführern las ich, dass man sich zwangsläufig im Straßengewirr von Mykonos nach kürzester Zeit verlaufen würde. Ganz so schlimm war es nun wieder nicht. Wir orientierten uns, soweit das möglich war, am Meer. Natürlich wollten wir die berühmten Windmühlen aus der Nähe sehen und Kleinvenedig. Dass uns bei dieser Gelegenheit auch noch der Pelikan Petros, das Inselmaskottchen über den Weg laufen würde, war ein netter Zufall, den wir natürlich ebenfalls fotografisch dokumentiert haben.
Als wir nach Sonnenuntergang vollgepackt mit Eindrücken wieder zur CM zurück kehrten, auch hier durften wir wieder den angenehmen Service des Buszubringers nutzen, kamen wir sogar noch in den seltenen Genuss, unser Schiff beleuchtet bewundern zu dürfen:
Mit diesem Bild gingen wir Schlafen. Ein anstrengender Tag war zu Ende gegangen. Rückblickend betrachtet war es vielleicht der schönste der ganzen Kreuzfahrt, weil wir mit Santorin und Mykonos zwei herrliche Inseln zu sehen bekamen, die wir bis dahin noch nicht kannten. Das ändert jedoch nichts daran, dass wir auch alle anderen Tage genüsslich in uns aufsogen. Denn es folgte Tag 5 (Freitag, 1. Juni 2007)und damit der Geburtstag unserer Tochter Katrin. Ein wirklich besonderer Tag für die Familie, denn unsere Tochter feierte auf Rhodos, das war das nächste Ziel der CM, ihren 20. Geburtstag. Sie war schon etwas traurig, weil ihr Freund Robert nicht dabei sein konnte, stattdessen "mußte" sie mit ihren alten Herrschaften eine Kreuzfahrt durch's östliche Mittelmeer machen. Es war klar, dass ihre Handyrechnung am Ende beinahe höher ausfallen würde als der Preis für die Reise. An dieser Stelle sei daher angemerkt, dass von Telefonaten mit dem Handy tunlichst Abstand genommen werden sollte. Zumindest so lange die Roaminggebühren sich noch in diesen astronomischen Höhen bewegen wie zum Zeitpunkt unserer Kreuzfahrt. Abzuraten ist übrgens auch von der Nutzung des Internets. Ich wollte einmal während der Reise eine Email nach Deutschland senden, habe dieses vergebliche Unterfangen dann aber nach 90 Sekunden und 1,50 € Gebühren beendet. Zu diesem Zeitpunkt war die Seite noch nicht einmal richtig aufgebaut, also auch hier gilt: Finger weg! Stattdessen lieber mal eine SMS schreiben oder die gute alte Postkarte. Zurück zum Aufenthalt in Rhodos. Wir hatten 2005 einen herrlichen zweiwöchigen Urlaub in Archangelos im dortigen Calimera Porto Angeli verlebt, kannten daher sowohl Rhodos-Stadt als auch die übrige Insel sehr gut. Wer die Erfahrungen des damaligen Urlaubs lesen möchte, kann dies bei Holidaycheck unter diesem Link tun: Auf einen längeren Ausflug haben wir daher verzichtet. Stattdessen habe ich mich (leichtsinnigerweise!) bereit erklärt, mit Katrin und meiner Gattin einen ausgiebigen Stadtbummel, der am Ende etwa sechs Stunden gedauert hat, zu unternehmen. Schließlich gibt es in Rhodos-Stadt Unmengen Geschäfte zu entdecken, also auch hier ist Kondition gefragt. Als wir von Bord gingen und unsere Costa Cards vorzeigen mußten, wurde von einem Verantwortlichen natürlich sofort entdeckt, dass Katrin Geburtstag hat. Er nahm sie dann ohne Vorwarnung in den Arm und gratulierte ihr ganz herzlich. Bereits am Morgen dieses Tages fand sich in unserem Briefkasten an der Kabinentür eine Glückwunschkarte mit der Unterschrift von "Il Commandante". Eine nette Aufmerksamkeit. Da die Altstadt von Rhodos nur einen Steinwurf vom Hafen entfernt ist, kamen auch viele Touristen, allerdings nicht, um unserer Tochter zum Geburtstag zu gratulieren, sondern einfach nur um das Schiff zu fotografieren. Wir orientierten uns wie gesagt stadteinwärts. Noch wärend der Einfahrt in den Hafen von Rhodos ergaben sich aber wiederum fantastische Ausblicke, u.a. dieser:
All jene, die keinerlei Rhodos-Erfahrung haben, sollten unbedingt das große Ausflugsangebot nutzen. Eine Besichtigung des Großmeisterpalastes bietet sich an, bei dieser Gelegenheit schlendert man dann ohnehin durch die "Ritterstraße". Das kann man alles problemlos zu Fuß bewältigen. Größere Sightseeing-touren erfordern dann aber doch einen fahrbaren Untersatz. Wer möchte, kann Rhodos nämlich auch "auf's Dach" steigen und den 111m hohen Monte Smith aus der Nähe erkunden. Die Akropolis, die einen Apollotempel bietet, sowie ein restauriertes Theater, ist allemal einen Besuch wert. Anbieten würde sich auch ein Besuch von Lindos, wo sich schneeweise Häuser um den Burgberg schlängeln und an ihn schmiegen. Wir wollen es aber an dieser Stelle mit ein paar Bildern von Rhodos-Stadt bewenden lassen.
Wem das immer noch nicht reicht, der wird auch auf meiner Homepage fündig. Ich habe u.a. einen Bericht "Rhodos in drei Tagen" geschrieben mit vielen Detailinfos zu dieser wunderschönen Insel. Wer Lust hat, klickt zunächst im Linkmenü auf "Reisebericht - Spezial" und anschließend auf "Rhodos in drei Tagen". Bei der Rückkehr auf die CM ließen wir ein Bild beim Betreten der Gangway von uns dreien machen. Es hat uns immer wieder erstaunt, mit welcher Selbstverständlichkeit die Bediensteten (meistens aus eigenem Antrieb) nach den Fotoapparaten gefragt haben und jederzeit gerne bereit waren, derartige Momente im Bild festzuhalten. Auch dafür noch einmal ein herzlicher Dank. Ich verkrümelte mich dann für ein Stündchen ins Fitnesscenter und stellte bei meiner Rückkehr fest, dass unser Kabinensteward Henry eine Geburtstagstorte für Katrin vorbeigebracht hatte (auf eigene Kosten wohlgemerkt!). Da er ohnehin mehr oder weniger ständig auf unserem Kabinengang herum wuselte, habe ich mir erlaubt, ihn zu fragen, ob er nicht Lust auf ein Stück Torte hätte und ihn auf die Kabine eingeladen. Die Feier ging dann im Degli Argentieri beim Abendessen weiter. Unsere reizenden Tischnachbarn aus St. Ingbert hatten für Katrin ebenfalls ein kleines Geschenk besorgt und schließlich marschierte eine Abordnung von Kellnern mit Torte und Prosecco zu unserer Tochter und sang ihr ein herzliches "Happy Birthday". Als ob wir alle ohnehin nicht schon bis zum Platzen voll gewesen wären, reichte das immer noch nicht und die Küchenbrigade trug mit ihrem überragenden Mitternachtsbuffet dazu bei, dass die Hose noch enger wurde als sie eh schon war. Von Schinken bis Roast Beef, alles garniert und verpackt in den ausgefallensten und abenteuerlichsten Eis- und anderen Dekorationen schlugen die Magennerven noch einmal Purzelbäume. Es war, so das Motto des Buffets, wirklich "Macnific"! Endlich durften auch die Kellner zeigen, dass sie außer Servieren zum Teil hervorragend tanzen können. Ihre Einlagen waren fast so eindrucksvoll wie das Buffet. Jedenfalls hatten alle dabei sichtlich ihren Spaß.Ein wunderschöner Tag ging wieder zu Ende und wir freuten uns jetzt erst einmal auf Tag sechs: Erholung auf See!
Tag 6 (Samstag, 2. Juni 2007) Endlich einmal Zeit, das Schiff und seine Einrichtungen zu genießen. Der geneigte Leser wird es kaum glauben, aber so eine Kreuzfahrt grenzt phasenweise durchaus an Streß. Ständig ist man auf der Lauer, hat das "Today" im Auge und im Kopf, nur ja nichts versäumen. Immer ist irgendwo irgendetwas geboten. Diesen Tag haben wir daher genutzt, um einmal auf dem Sonnendeck alle Viere von uns zu strecken, wir beobachteten die Animateure bei ihrem mitunter lustigen Treiben und haben uns von der großartigen Stimmung anstecken lassen. Der "Spanferkelparade" haben wir persönlich beigewöhnt, um ordentlich Radau zu machen und anschließend diese Köstlichkeit auch selbst zu probieren und für gut zu befinden. Katrin gönnte sich ein Stündchen in der Kosmetikabteilung, sie hatte für 30,-- € eine Maniküre machen lassen, um hinterher festzustellen, dass der Preis nicht nur viel zu teuer, die Arbeit dafür auch für die Katz' war. Bevor ich meine Schritte in's Casino lenkte, blieb ich vor dem großen Bildschirm stehen, auf dem die Standorte der einzelnen Costa-Schiffe abwechselnd eingeblendet werden. Ein nützlicher Gag. In das Casino wollten meine Tochter und ich unbedingt. Der Traum vom großen Geld hört eben nie auf. So bewaffnete sich Katrin mit einem leicht überdimensionierten Becher, in den bequem 50 Kugeln Eis gepaßt hätten und wechselte 10,-- €, die in weniger als einer Viertelstunde den Besitzer gewechselt hatten. Immerhin hat es Spaß gemacht, diese einarmigen Banditgen, die ihren Namen völlig zu Recht haben, zu bedienen, auch wenn nach jedem neuerlichen hoffnungsfrohen "Bing!" wieder ein 20 Cent-Stück verschwunden war. Ich wollte es da wesentlich cooler und überlegter angehen lassen. Beim Roulette soll ja schon so mancher richtig reich geworden sein. Ich hatte mir auch eine Strategie zurecht gelegt, die ich strikt befolgte: Pro Spiel 3,-- € auf je sechs Zahlen. Man hat dann etwa eine 50/50-Chance und ich war tatsächlich nach einer halben Stunde mit etwa 60,-- Euro im Plus. Ja, so weit, so gut, dann kam meine Gattin, um nach dem Rechten zu sehen. "Na, hast Du schon alles verspielt!" fragte sie gerade aufreizend provozierend. Da konterte ich noch gnadenlos und oberlässig: "Von wegen, ich liege vorne!" "Dann wird's aber bestimmt nicht lange dauern", kam die Antwort. Ihrem schlechten Karma hatte ich es dann in der Tat zu verdanken, dass nach weiteren 20 Minuten der ganze schöne Gewinn weg und ich um 30,-- Euro ärmer war. Ich habe meiner Frau darauf hin Casino-Verbot erteilt. Am Abend stand das Abschieds-Galaessen auf dem Programm. Serviert wurden u.a. Riesengarnelen und Rieseneistorten. Riesig schön das Ganze. Unser vorletzter Abend auf der CM. Erster Abschiedsschmerz kam auf.
Tag 7 (Sonntag, 3. Juni 2007) Die CM legte wieder ordentlich Tempo vor (so um die 40 kmh) und wir erreichten unseren letzten Hafen: das einzigartige Dubrovnik. Wir hatten diese Stadt noch nie gesehen, weder zu Lande noch vom Wasser aus. Die Perle der Adria, eines der vielen Synonyme für dieses unvergleichliche Juwel, hat uns jedoch sofort in ihren Bann gezogen. Natürlich waren wir wieder oben auf dem Sonnendeck, um die Einfahrt live mitzuverfolgen. Der Fahrplan, Ankunft 8.00 Uhr, wurde eingehalten. Das Wetter war ebenfalls wieder, wie übrigens während der gesamten Kreuzfahrt, auch an diesem Sonntag sonnig. Ein letztes Mal tenderten wir an Land und kreuzten dabei den Weg von "The World", dem etwas anderen Kreuzfahrtschiff.
Aber die Hauptattraktion an diesem Tag war zweifellos sie: Dubrovnik, das Paradies auf Erden, wie George Bernard Shaw die Stadt auch genannt hat. Angesichts solcher Aussichten vielleicht verständlich:
Schon beim Anblick der Stadtmauer überkommt den Betrachter eine gewisse Demut. Kein Wunder, schließlich steht man vor dem besterhaltenen Festungswerk in ganz Europa. Beinahe unvorstellbar, dass im kroatischen Unabhängigkeitskrieg im Jahr 1991 mehr als 11.000, in Worten: elftausend, Gebäude von der serbisch-montenegrinischen Armee zerstört oder beschädigt wurden. Von den Wunden sieht man heute kaum noch etwas. Der Tourist steht auf der sechs Meter breiten und fast zwei Kilometer langen Mauer und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Man traut sich nicht schnell zu gehen, sonst könnte man irgendeinen schönen Ausblick verpassen. Dabei hätten wir fast den Aufgang auf dieses prachtvolle Bauwerk nicht gefunden, weil wir achtlos am Eingang vorbei gelaufen sind. Also aufgepaßt: Beim Gang aus dem Hafengelände durch das Stadttor gleich rechts halten und nach wenigen Metern wieder rechts befindet sich der Aufgang. Der Eintritt betrug nach meiner Erinnerung etwa 8,-- Euro, ich weiß es aber leider nicht mehr genau. Dafür bekommt man jedoch Ausblicke der ersten Güteklasse: einen unvergesslichen Blick auf das Meer, auf die Altstadt mit dem berühmten Stradun, den Onofriobrunnen und und und. Aber sehen Sie selbst:
Der Rundgang auf der Stadtmauer ist, insbesondere wenn die Sonne gnadenlos herunter brennt, anspruchsvoll und durchaus anstrengend. Ratsam ist die Mitnahme von ausreichend Getränken, denn offensichtlich sind die Einheimischen in der Beziehung noch nicht so geschäftstüchtig. Einem fliegenden Händler wären die Wasserflaschen wahrscheinlich mit Begeisterung aus den Händen gerissen worden. Nachdem wir unversehrt wieder eine Etage tiefer gelandet waren, nach etwa drei Stunden, war das anfänglich beinahe verschlafen wirkende Dubrovnik kaum wiederzuerkennen: Tausende von Touristen tummelten sich auf dem Stradun und ein Durchkommen war jetzt schon deutlich mühsamer. Wir entschlossen uns daher zur Rückfahrt auf die CM und sagten Dubrovnik "Lebe wohl!". Um 13.00 Uhr tönte das Horn der CM und das unvermeidliche "Time to say goodbye" machte uns klar, dass unsere erste Kreuzfahrt dem Ende entgegen geht. Schweren Herzens verabschiedeten wir uns nach dem letzten Abendessen von unseren Kellnern, Euleterio und Vlade, von unseren Tischnachbarn aus St. Ingbert und von dem letzten Rest Hoffnung, von einer Kreuzfahrt ohne Gewichtszunahme zurückzukehren. Tag 8 (Montag, 4. Juni 2007) Bereits am Vorabend mußten wir unsere Koffer vor der Tür abstellen. Das war das ultimative Zeichen, dass die Passagiere bald gegen neue ausgewechselt werden würden. Unsere Hosteß Manuela hatte uns noch eingeschärft, die für den nächsten Morgen benötigte Kleidung nicht versehentlich auch mit einzupacken. Es soll schon vorgekommen sein, dass Passagiere im Schlafanzug ausgecheckt haben. Das passierte uns zum Glück nicht. Auch dieser letzte Tag verlief so wie alle anderen: harmonisch. Ein letztes Mal genossen wir den erstklassigen Service beim Frühstück: das letzte Glas Orangensaft, die letzte Tasse Kaffee, die letzten Spiegeleier. Zum Heulen schön! Bereits vor dem Frühstück aber waren wir wieder mit dem Panoramaaufzug nach ganz oben gefahren. Die Einfahrt in den Hafen von Venedig wollten wir um nichts auf der Welt versäumen. Und im Gegensatz zur Abfahrt vor einer Woche spielte der Wettergott diesmal auch mit. Diese Rückkehr war sozusagen noch das i-Tüpfelchen.
Da wir selbst mit dem Auto angereist waren, teilte man uns beim Ausschiffen in die "braune" Gruppe ein. Diese Farbe hatten unsere Kofferaufkleber, die wir am Vorabend noch selbst anbringen durften. So war für das Personal ersichtlich, wer wann die CM verlassen durfte. Wir waren zwar die letzte Gruppe, die von Bord durfte, aber auch das hat keine Ewigkeit gedauert. Die Organisation klappte bis zur letzten Sekunde vorzüglich und alles wirkte wie aus einem Guss. Der Bereich für das Gepäck war sehr großzügig. Es waren weder Ellbogen noch irgendwelche Rückfragen nötig, um die Koffer zu finden. Wesentlich stressfreier als auf manchem Flug, so unser Eindruck. Lediglich als wir unseren Wagen abholen wollten auf dem Parkplatz, kam noch etwas Unmut auf. Ein einziger Parkautomat für zig Menschen. Das war doch etwas wenig, lag aber nicht an Costa, sondern am Parkplatzbetreiber. Aber nach einer knappen Stunde kamen auch wir an die Reihe, zahlten die Parkgebühren von etwa 60,-- € für eine Woche und holten unseren Wagen. Dann machten wir uns auf die kurze Fahrt nach Lido di Jesolo, wo wir noch drei erholsame Tage verbrachten. Ein unvergesslicher Urlaub mit einer Unmenge an Eindrücken ging damit zu Ende. Ich bedanke mich bei den Lesern des Berichts für ihr Durchhaltevermögen und wünsche anschließend noch viel Spaß beim Durchstöbern der Fotoshow. Für evtl. Rückfragen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung und ich freue mich natürlich genau so, wenn mein Bericht nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam war. Wer noch weitere Informationen zum Schiff wünscht, der findet diese nachfolgend aufgelistet:
Und zu guter Letzt noch einige Links:
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